Deutschlandfunk 13.1.2012: Steht die Schreibschrift vor dem Aus?
Redaktion Eva-Maria Götz, Moderator Andreas Stopp - hier zum Nachhören: Es diskutieren:
Susanne Dorendorff (Handschrift-Expertin), Torsten Hahn (Medienwissenschaftler Fern-Uni Hagen), Erika Brinkmann (GSV)
www.dradio.de/aodflash/player.php
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Vor 40(!) Jahren wurde der Schreibunterricht in der Grundschule ersatzlos gestrichen, seit dem lernen die Kinder nicht mehr richtig schreiben und nicht, wie der Schreibstift richtig gehalten werden muss. Wir zeigen die richtige Handhaltung hier in einem kurzen Clip
Wie man den Schreibstift nicht halten darf:
"Drucken oder Schreiben?"
Susanne Dorendorff: "Die Frage: 'Sollen Kinder drucken oder schreiben lernen?' stellt sich eigentlich gar nicht. Es kann nur heißen: "Sollen die Kinder drucken lernen und nicht mehr schreiben?". Denn drucken ist nicht schreiben." (weiter im Clip unten "Drucken")
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PM-Versuche_mit_Kindern-11.pdf Hier können Sie den Leserbrief als PDF herunterladen |
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Wir kooperieren mit der Elbinselschule in Hamburg-Wilhelmsburg
Seit 2007 helfen wir Schülern (von 7 bis 16 Jahren - aller Schulstufen und -typen), richtig schreiben zu lernen.
Dass wir das überhaupt tun MÜSSEN, ist ein Armutszeugnis des Grundschulverbands, der selbst eingesteht, 40 Jahren lang die Kinder im Schreiben lernen vernachlässigt zu haben. Wir verfügen über umfangreiches Fachwissen und bilden nun auch Vor- und Grundschullehrer nach dem Abc-versteh-Konzept (inklusive Curriculum) aus. Das eWorkbook: Jeder Schüler braucht eine starke Handschrift hat schon zahllosen Kindern geholfen, eine bessere Schrift zu bekommen.
Dass der Grundschulverband - und mit ihm viele LehrerInnen - das SchreibenLEHREN seit über 40 Jahren überhaupt vernachlässigen KÖNNEN, ist nicht nur ein bildungspolitischer Skandal, es ist wohl vor allem ein Vergehen an Kinderseelen. Die Psyche schreibgeschädigter Kinder nimmt im Laufe der Schulzeit einen derart großen Schaden, dass diese Schüler in der Ausbildung und im Beruf (als angebliche Legastheniker) oft keine ihren intellektuellen Fähigkeiten entsprechende Chance bekommen. 7,5 Millionen berufstätige und 3 Millionen schulpflichtige Semi-Analphabeten sind das Resultat falscher Schulpolitik. Der volkswirtschaftliche Schaden, der durch diese "schulische Vernachlässigung der Schüler" verursacht wurde, ist enorm.
2.9.11: Hamburg ist nicht von der "Grundschrift" befreit - denn ein paar Lehrerinnen glauben
das Märchen von der Froschkönig-Druckschrift
die eines Tages eine schöne Schreibschrift werden soll.
Die Verantwortlichen (das sind die Lehrerinnen, die die Grundschüler unterrichten) setzen - vermutlich aus Verzweiflung - einfach das Anti-Grundschrift-Votum ihres Schulleiters außerkraft (indem sie ihn überstimmen). Denn SIE haben das Problem, Schreiben unterrichten zu müssen, nicht der Schulleiter! Doch nach welcher Methode sie Schreibschrift schreiben erfolgreich vermitteln können, das sagt ihnen niemand. Ausgebildet im Schreiben lehren sind sie nicht. Sie fangen mit der Druckschrift an, weil die Kinder sie wie von allein "schreiben" können. Das Argument der Zeitersparnis verschleiert ein Jahrhunderte altes Problem, mit dem heute mehr gerungen wird denn je. Der alten Leseschrift einen neuen Namen zu geben, um sie schreibtauglich erscheinen zu lassen, löst das Problem nicht. Scheint aber so. Deshalb glauben die Lehrerinnen das Bartnitzky'sche Märchen von der Froschkönig-Druckschrift die eine schöne Schreibschrift werden soll, sobald sie mit der Hand "geschrieben" wird und ihr kleine Kringel an den Füssen wachsen, nur allzu gern. Doch Schriftzeichen sind keine Quakfrösche und keine Schneewittbuchstäbchen die sich "wachküssen" oder in ein "anderes Leben" beamen lassen. Deshalb hier noch einmal: Keine Druckschrift wird zur Schreibschrift. Auch keine verbundene. Der Bartnitzky-Hecker-Brinkmann'sche "Buchstaben-Hokuspokus" ist eine Pflichtverletzung und ein Frevel an den Kindern.
Empörte Eltern rufen bei uns an, weil ihren Kindern die Schreibschrift DOCH vorenthalten wird und die Kinder nun gezwungen werden, ausschließlich die Druckschrift zu "schreiben". Wir raten allen Eltern: Schenken Sie den Irreführungen des Grundschulverbands und den "Grundschrift"-Argumenten keinen Glauben, es sind reine Verkaufsstrategien (ein Satz "Grundschrift"-Karteikarten kostet 29 Euro!)! Fragen Sie JETZT welche Schrift in Ihrer Schule unterrichtet wird und fordern Sie für Ihr Kind das Recht auf Schreibschrift "notfalls gerichtlich" ein.
Es gibt in Hamburg neu zusammengesetzte Klassen, in denen die Hälfte der Kinder schreiben kann und die andere Hälfte drucken muss. Die Druckschriftkinder können keine Schreibschrift lesen! Ihnen wird die klassische, seit Jahrhunderten bewährte Fließschrift brutal vorenthalten. Was tut die Schule diesen Kindern an!
![]() Die Eltern haben ein vorrangiges Recht, die Art der Bildung zu wählen, die ihren Kindern zuteil werden soll. Dieser Satz stammt aus der Uno-Menschenrechtserklärung. Eltern müssen es nicht hinnehmen, wenn ihren Kindern das Recht auf Schreibschrift schreiben lernen vorenthalten wird. |
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Hamburgs Grundschulleiter wollen die Grundschrift nicht haben
BILD [...] Schulausschuss-Chef Walter Scheuerl (CDU-Fraktion) fordert dennoch, die Schreibschrift-Pflicht wieder einzuführen. Sonst, so seine Befürchtung, drohe der Schreibschrift ein schleichender Tod über Jahre. Scheuerl: "Die Lehrkräfte wissen, dass ein Verzicht auf die Schreibschrift schlecht für die betroffenen Kinder wäre."Link zum PDF
Wir danken Herrn Scheuerl für sein Engangement! Und dafür, dass die Schreibschrift-Pflicht vom ersten Schultag an wahr wird, werden wir uns ebenfalls einsetzen.
Am 20. August 2011 stimmen alle 212 Hamburger Grundschulleiter gegen die "Grundschrift". Vor allem durch Aufklärung - auch auf dieser Website - ist es gelungen, die Schreibschrift für Hamburger Kinder zu erhalten!
3. August 2011, FAZ: Politische Handschriften
www.faz.net/artikel/C30923/druckschrift-statt-schreibschrift-politische-handschriften-30478096.html
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Die A-Karte des Grundschulverbands
Die "Grundschrift"-Kartei (29€) wurde im Juli 2011 werbewirksam an alle GSV-Mitglieder verschickt. Auch an die , die sie gar nicht haben wollten. Wir zeigen hier die beiden Karten großes A und kleines a.
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14.8.2011: Die Bundesministerin Schavan spricht sich gegen die "Grundschrift" aus!
Deutschlandradiokultur-Kulturnachrichten: Bundesbildungsministerin Schavan kritisiert die Einführung der Grundschrift
Lesen Sie hier das ganze Interview in der BamS: wap.bild.de/politik/inland/annette-schavan/warum-wollen-sie-die-hauptschule-abschaffen-19386124.bild.html |
Der Schulschriften-Wirrwar nimmt deutlich zu!
Die Zulassung der "Grundschrift" als Ausgangsschrift ist wohl mehr
die Durchsetzung eines Verkaufspreises:
29 Euro pro Kartei (und Kind?) - ob Hamburg sich das leisten kann?
Oder müssen die Eltern das bezahlen?
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Handeln Senatoren und Kultusminister verantwortungslos, wenn sie die Argumente des GSV übernehmen?
Wird Schreibschrift zur "Sütterlin" des 21. Jahrhunderts?
Druckschriftkinder können Schreibschrift nicht lesen...(Kommentar zur Titelgeschichte Hamburger Abendblatt 28.6.2011) | |
An diesem Schiffsrumpf können Schreibschrift-Unkundige nur die Buchstaben links oben Mein Schiff lesen und verstehen, die anderen Wörter sind für sie nicht zu "entziffern". | |
Am 10. September 2009 erreichte uns folgende E-Mail: Liebe Frau Dorendorff, bei Gesprächen mit anderen Eltern habe ich von Folgendem erfahren: Nachdem die Elternschaft einer Grundschule beschlossen hatte, dass die Kinder keine Schreibschrift mehr lernen sollen, kommt nun das große und böse Erwachen an den weiterführenden Schulen: Diese Kinder können nicht nur keine Schreibschrift (wie auch immer) schreiben, sie können vor allem das, was die Lehrer in Schreibschrift an die Tafel schreiben, nicht lesen! Ist es nicht ganz entsetzlich, was Lehrer und Eltern ihren Kindern da antun? - Für Journalisten stellen wir gern den Kontakt zu betroffenen Eltern und Schülern her. |
Betreibt der Grundschulverband (GSV) die Abschaffung der Schreibschrift tatsächlich schon seit seiner Gründung 1969?
![]() Handschrift: Grundschrift-Ergebnis eines Jungen, hochbegabt, 4. Klasse (2006) - Kleines Feld: Alle vier zugelassenen Schulalphabete LA, SAS, VA, GS (früher LADS) |
Für 10,5 Mio. Semi-Analphabeten in Schule und Chefetage, die Verdoppelung der RechtschreibFEHLERfrequenz (Grundschul-Analphabetismus) gibt es die Ehren-Doktor-Würde?
Und ganz sicher auch nicht für den, der verantwortlich dafür ist, dass 270 Mio. Euro Krankenkassenkosten pro Jahr für grafomotorisch geschädigte Kinder ausgegeben werden müssen. Mit der Grundschrift-Kampagne werden Lehrer, Eltern und Schüler getäuscht, so, wie Lehrer und Eltern und Kinder vor 40 Jahren schon über die Schwächen der Vereinfachten Ausgangsschrift getäuscht wurden. Es ist davon auszugehen, dass die Eltern diesmal auf die Barrikaden gehen, um ihren Kindern die schulische eun berufliche Benachteiligung zu ersparen, der sie unabwendbar ausgesetzt sein werden, wenn sie in der Grundschule nur Druckschrift lernen.
Information zur Abschaffung der Schreibschrift und Zulassung einer "Grundschrift" als einzige Ausgangsschrift für Grundschüler
Bevor wir erläutern, was den Grundschulverband mit dem Namen GRUNDSCHRIFT verbindet, hier der kurze Hinweis, dass der Begriff "Grundschrift" aus der TYPOGRAFIE (speziell Bleisatz) stammt und traditionell für die "Werkschrift eines Druckwerks" (auch "Brotschrift" genannt) verwendet wird (siehe G wie Grundschrift ). Das als "Grundschrift" bezeichnete Alphabet steht dem traditionell üblichen Begriff "Grundschrift" missverständlich gegenüber.
Die Zulassung des "Grundschrift"-Alphabets, das sich der Grundschulverband als erste und einzige Schulschrift wünscht, bedeutet zeitgleich die vollständige Abschaffung der Schreibschrift, was der vollständigen Abschaffung des Schreiben lernens an Grundschulen* (siehe Kasten unten: Der Spiegel) entspricht. Das bedeutet, die Kinder lernen richtiges Schreiben dann erst in der 5. Klasse.
Die "Grundschrift" ist eine Druckschrift mit "runden Füßen" zum Verbinden der Buchstaben. Diese schriftliche Darstellungstechnik wird seit den 70er Jahren des letzten Jahrtausends - damals hieß sie "Lateinische AusgangsDRUCKschrift" - vom GSV in Kombination mit der "Vereinfachten Ausgangsschrift" - die ebenfalls ein Werk des Grundschulverbandes ist, favorisiert. Die Katastrophe in die dieser Schreibunterricht mündet ist bekannt: 10,5 Millionen "funtionale" Analphabeten, ein furchterregender Anstieg der LRS-Kinder und Milllionen "grafomotorisch geschädigte" Schüler (Behandlungskosten ca. 270 Mio. Euro pro Jahr).
*DER SPIEGEL, 3.1.2011/Aussage des Grundschulverbands, Wolfgang Menzel, Initiator der "Grundschrift" |
HAMBURGER ABENDBLATT 30.6.2011 | |||
Ist die Handschrift der Spiegel der Persönlichkeit?
Die Handschrift-Expertin Susanne Dorendorff beschreibt in ihrem neuen Buch Lesbar schreiben- Seemann-Verlag, taktvoll, sensible aber schonungslos die Situation der Schüler, Lehrer und Eltern. Im Vorwort heißt es : [...] Höchste Zeit also, dass endlich etwas passiert. Dass Bewegung in die Sache mit der Handschrift kommt, dass endlich ein sinnvolles Konzept entwickelt wird, wie man Kindern das Schreiben beibringt. Und wer könnte den Stein besser ins Rollen bringen als Susanne Dorendorff? Nicht nur, weil sie sich seit vielen Jahren mit dem Thema Handschrift in all seinen Facetten befasst, auch weil sie keine Angst vor Widerständen hat. Im Gegenteil. Ein bisschen Widerstand hier und da lässt sie zu Höchstform auflaufen und sorgt dafür, dass sie ihre Ziele umso entschiedener realisiert. Diese Haltung spiegelt sich - unverkennbar - auch in ihrer Handschrift wider.
Der renommierte Neurobiologe Gerhard Roth beantwortet die wichtigsten Fragen zum Thema Bildung, Persönlichkeit und Lernen (Klett-Cotta) in seinem neuen Buch Bildung braucht Persönlichkeit. Beide Autoren berichten auch über ihre eigenen Erfahrungen mit dem Schulsystem.
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Lehrer haben keine Schreib-Fakultas? Sie unterrichten Schreiben ohne Fachkenntnisse erworben zu haben?
Wenn Sie spezielle Fragen zum Thema haben, benutzen Sie bitte unser Kontaktformular. Wir freuen uns.
Zwei Grundschrift-Ergebnisse aus der 5. Klasse Gymnasium - beide Schüler mussten in der 5. Klasse "nebenbei" mühevoll Schreibschrift lernen. Verkehrte Welt: Gymnasiale Kunstpädagogen führen die Aufgaben der Grundschulkollegen aus. | |
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in dem Verbandsblatt "GS aktuell" 112, November 2010 heißt es:
"Frage: Ist die Grundschrift eine Druckschrift oder eine Schreibschrift? Sie ist beides. Im Formbestand ist sie an den Formen der Druckschrift orientiert, in ihrer Funktion ist sie eine Schreibschrift. [...] Die Grundschrift ist eine Schreibschrift, denn sie ist eine mit der Hand geschriebene Schrift und mit ihr teilt das schreibende Kind etwas mit." Dies Argument ist ebenso dumm wie: "Die Erde ist eine Scheibe!" Der Begriff "Druckschrift" bezeichnet eine Schrift-Art, die sich in ihrer Darstellungsweise von der "Schreibschrift" dadurch unterscheidet, dass sie NICHT fließend geschrieben werden KANN und demzufolge niemals zur Schreibschrift mutieren kann.
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Mit der Druckschrift wird den Kindern nichts Gutes getan und auch den Lehrern nicht. Die Schule spart keine Unterrichtszeit, weil die Kinder das richtige Schreiben dann in der 5. Klasse lernen müssen.
Grundschrift-Buchstaben verbinden ist VA- Schreibtechnik | |
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Aus der "Druckschrift" - das ist seit 2.000 Jahren bekannt, entwickelt sich keine fließende Schreibweise. Die ist aber während der persönlichkeitsbildenden Schulzeit und später im Beruf unabdingbar. Berufe ohne Schreibkompetenz gibt es nicht. Aus unseren Handschrift-Coachings wissen wir, dass Druckschrift-Kinder später Minderwertigkeitsgefühle entwickeln, weil es sie psychisch belastet, dass sie nicht richig schreiben können.
Die Zulassung der "Grundschrift" als Ausgangsschrift öffnet die soziale Schere schneller und früher - der Begriff "Klassenzugehörigkeit" bekommt dann eine ganz neue Dimension.
Heutzutag wird wesentlich mehr mit der Hand geschrieben als in der Vor-Computerzeit - denken Sie an stundenlange Meetings, Konferenzen, Interviews, schnelle Notizen.
Schreibschrift soll unzeitgemäß sein? Oder ist es ein Gerücht, das vom GSV verbreitet wird, weil die Verantwortlichen selbst nicht gern schreiben und nichts über Schreiben wissen?
![]() Erwachsenenhandschrift aus der 60 Jahre alten "Grund"-schrift - die damals noch Druckschrift hieß |
Trotz des katastrophalen Schreibunterrichts an vielen Grundschulen ist über die Hälfte der Schulkinder, die entweder die SAS oder die LA lernen, durchaus in der Lage, eine gut lesbare Handschrift zu entwickeln - diese Kinder dürfen dann aber nicht mehr schreiben!, weil alle Kinder "drucken" müssen. Und: Sie können dann Schreibschrift (z. B. die Handschriften der Mütter) nicht LESEN! Dann kehren wir zu den Anfängen zurück und es werden nur die Kinder "Besserverdienender" schreiben lernen, weil sie sich Privatunterricht leisten können. Alle Eltern wissen, dass während der ganzen Schulzeit mit der Hand geschrieben werden muss und Klausuren handschriftlich - niemals am PC - verfasst werden dürfen und dass eine unleserliche, "gedruckte" Handschrift (Druckschrift wird unter "Zeit-Druck" extrem unleserlich) die Bewertung ganz schnell von 1 auf 3 (oder von 3 auf 5!) gedrückt, wenn die Prüfer die Schrift nicht lesen können. Es wird dann wohl darauf hinauslaufen, dass es heißt "Kann ihr Kind schreiben oder muss es drucken?"!
Handschriften wie diese (2. Klasse - Lateinische Ausgangsschrift ) gibt es dann nicht mehr. |
Die Lateinische Ausgangsschrift (LA) ist die bestmögliche Schulschreibschrift. Sie ist die optimale Antwort auf das zweitausend Jahre alte Bedürfnis nach einer sinnhaften Handbewegungsschrift.
Auch aus neurobiologischer Sicht ist sie optimal entwickelt, weil sie Denk- und Schreibfluss nahezu synchronisiert.
Oben: Grundschrift. Auch wenn Druckschrift noch so eng zusammen geschoben wird, ihre Buchstaben bleiben Solitäre und lassen sich niemals fließend schreiben. |
Oben: Schreibschrift aus der Lateinischen Ausgangsschrift. Aus einer Druckschrift lässt sich solche Schreibweise nicht entwickeln. | |||
Die Druckschrift* ist 2.000 Jahre alt.
*Römische Capitalis - die "Mutter" unserer Alphabete
Und warum hat Goethe seine Werke trotzdem lieber in Schreibschrift geschrieben?
Weil nur fließende Schreibbewegungen das Denken fließen lassen! Und senkrechte Buchstabenstrich ständig das Denken unterbrechen.
Aber der GSV ist der Meinung, "Schreibschrift ist am Schreiben gescheitert, weil die Menschen irrtümlich glauben, Schreiben sei das Verbinden von Buchstaben." ...vielleicht wusste Goethe nicht, was schreiben ist?
..."und Druckschrift ist Schreibschrift" kolportiert der GSV, "wenn sie mit der Hand "geschrieben" wird." Wenn der GSV verlauten lässt, dass Schreiben niemals das Verbinden von Buchstaben war, sondern nur durch das von Druckbuchstaben entsteht, und dass diese alte Druckschrift eine neue Schreibschrift ist, weil sie "mit der Hand" gedruckt wird, fragt man sich dann nicht, ob die ganze "Grundschrift"-statt-Schreibschrift-Aktion, die übrigens schon seit 40-Jahren läuft und das "Lebenswerk" des GSV-Mitgliedes Wolfgang Menzel" ist, schülerfeindlicher Etikettenschwindel ist? Kurz: Die Grundschrift-Aktion ist eine Posse und wer den Unsinn mit der runden Druckschrift anwendet, schadet den Kindern.
Druckschrift LADS 1975 (Menzel) | |
Druckschrift/"Grundschrift" 2010 (Hecker) | |
Goethes Handschrift - Schreibschrift | |
oben: Druckschrift - unten: Handschift aus der Lateinischen Ausgangsschrift |
Mit einer an den Füßen "umgebogenen" Druckschrift als einzige Schulschrift wird der Lehrauftrag, Schülern als Grundlage ihrer Handschrift das Schreiben einer Schreibschrift beizubringen, unterwandert. Warum will der Grundschulverband (GSV) um jeden Preis verhindern, dass die Kinder in Deutschland schreiben können? Er ist m. E. schon mitschuld daran, dass die Vorläuferin der "Grundschrift", die VA, innerhalb von 30 Jahren fast 10 Millionen Menschen (hauptsächlich Jungs) ohne ausreichende Lese-(Recht-)Schreibkompetenz aus den Schulen entlassen hat.
Bei der Einführung eines 40 Jahre alten Druckschrift-Alphabets geht es dem Grundschulverband wohl weniger um die Kinder, als um Erleichterung für "GrundschullehrerInnen". Dass die schulischen Leistungen der Jungs durch die VA in den Keller gingen, weil die VA-Schrift aufgrund ihrer schreibuntauglilchen Darstellungstechnik für "LehrerInnen" schwer zu unterichten ist, wird vom Grundschulverband genauso verschwiegen, wie die seit 1972 vermehrt auftretende Lese-(Recht-)Schreibschwäche (LSR) und grafomotorische Schädigung. Dass der Verband selbst den Boden bereitet hat, um "seine" Druckschrift einführen zu dürfen, ist kein Geheimnis. Die heutige "Grundschrift" hieß seit 1975 "Lateinische Ausgangsdruckschrift" hieß und ist erst vor kurzem umbenannt worden, um (wie der Verband selbst an die Lehrer mitteilt) davon abzulenken, dass die "Grundschrift" eine Druck- und keine Schreibschrift ist.
Eltern und Lehrer sind nicht mehr so blauäugig wie vor 40 Jahren und allemal intelligent genug, diesen Unsinn nicht zu glauben. Kein Lehrer läßt sich diesen Bären aufbinden...oder doch ??? Händisch dargestellte Druckbuchstaben als Schreibschrift zu bezeichnen, ist m. E. eine rhetorische Falle, in die man leicht hinein tappt, weil es üblich ist, "Schreiben" auch für Schreibmaschine-Tippen, Simsen, am PC und sonstwo noch überall (falsch) zu verwenden. Wer denkt schon darüber nach, dass bloßes Buchstaben aneinenander reihen nicht dasselbe sein kann, wie Schreibenlernen für Erstklässler.
Deshalb noch einmal ganz deutlich: Drucken erfordert andere Bewegungsabläufe als Schreiben und eine Druckschrift wird nicht zur Schreibschrift, nur weil sie "mit der Hand gedruckt" wird! Man wusste schon vor zweitausend Jahren, dass Denken schneller ist als "Drucken" und "Drucken" langsamer als Schreiben - warum sonst hat man neben der Römischen Capitalis (der ersten Schrift - die eine "Druckschrift" war) stets versucht, eine optimale Schreibschrift zu entwickeln, und darüberhinaus dann sogar noch die viel "schnellere" Stenografie erfunden (die auch nicht gedruckt, sondern geschrieben wird)?
Druckschrift versus Schreibschrift ist eine an den Haaren herbeigezogene Diskussion, deren Sinnlosigkeit durch eine zweitausendjährige empirische Beweiskette belegt ist.


































