Offener Brief an einen Grundschullehrer (seine Frage und meine ausführliche Antwort)

Lieber Herr Soundso,

danke, es freut mich sehr, dass Sie meine Erkenntnisse auf Ihrer Website schon so lange kommunizieren. Es freut mich auch, dass Sie sich mit Ihrer Frage an mich wenden. Vor allem weil sie so pointiert ist.






Sie schreiben: Ich habe eine Frage zum Schreibenlernen von Linkshändern. Wir sind uns hier im Kollegium nicht einig darüber. Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mir mit Ihrer Erfahrung weiterhelfen könnten. Sollten Linkshänder in Klasse 1 die Schreibrichtungen der Buchstaben genau so einhalten wie auch die Rechtshänder? Wie gehen Sie damit um?

Lassen Sie mich vorausschicken, dass Schreiben ja keineswegs - wie vielfach behauptet wird - ein "altmodisches Kulturgut" ist, das es entweder zu retten oder abzuschaffen gilt - je nach dem. Digitales Schreiben mit der Hand ist aktueller denn je. Seit Langem schon wird auch auf Tablets mit speziellem Stift und mit der eignen Handschrift geschrieben (siehe: Hamburger Abendblatt vom 2.12.2010, Hamburger Abendblatt/Montblanc 19.10.2016). Handschrift boomt!

Ihre Frage spiegelt genau die Ratlosigkeit wider, die seit fünfhundert Jahren(!) an allen Schulen, die dem Kulturkreis der lateinischen Schrift angehören, herrscht. Das betrifft alle Weltsprachen (und China seit 1963). Ihr Kollegium befindet sich mit seinem Problem also in globaler Gesellschaft.

Fragen wie Ihre erreichen mich täglich, sind also ganz sicher von allgemeinem Interesse.

Aus Verantwortung der Gesellschaft gegenüber, fühle ich mich verpflichtet, aufzuklären und nach Kräften für Verbesserung zu sorgen. Soweit ich dazu in der Lage bin. Durch (privat finanzierte) Forschung und umfangreiche Studien (Typografie, Kalligrafie, Sinologie und Handschrifterwerb) bin ich über die Ursachen und die empirischen Zusammenhänge des Schreibenlernens informiert. Auch die Ergebnisse meines Schreiblern-Konzeptes A.S.I.E.A., das seit 2007 erfolgreich an Schulen und in Elternhäusern Anwendung findet, tragen zur Neuausrichtung des Schreibunterricht bei.

Aufklärung über zukunftsweisendes Schreiben ist deshalb nicht nur angebracht, sondern elementar wichtig. Gestatten Sie mir deshalb bitte, dass ich Ihre Frage (anonym) und meine Antworten ins Netz stellen. Ich werde so gewissenhaft wie möglich antworten und so deutlich wie nötig. Da wird einiges zusammenkommen. Sie dürfen gern einen Link setzen.

Nähern wir uns dem Problem zunächst in ganz kleinen Schritten. Dazu greife ich aus Ihrer Mail die wichtigsten Punkte heraus:

• Schreibenlernen

• Linkshänder

• Kollegium

• Klasse 1 (erstes Schuljahr)

• Schreibrichtungen der Buchstaben

• Schreibrichtungen einhalten

• Rechtshänder.

Es stellt sich mir so dar, dass an Ihrer Schule alle Rechtshänder des ersten Schuljahres beim Schreibenlernen die Schreibrichtungen der Buchstaben einhalten müssen, das Kollegium der Grundschule sich jedoch nicht einig darüber ist, ob die Linkshänder dies ebenfalls sollen. Demzufolge müssen zumindest die rechtshändigen Kinder die Schreibrichtungen der Buchstaben aus der Vorlage, die die Schule ihnen zur Verfügung stellt, kopieren.

Weil das Schreiben "empirisch" (d.h. nach Gefühl, nicht didaktisch) vermittelt wird und jede Lehrerkonferenz die zu lernenden Schriften aus den fünf infrage kommenden Alphabeten auszuwählen hat, ergeben sich folgende Fragen:

• Was verstehen Sie unter Schreibrichtung und wie viele bieten sie an?

• Schreiben die Kinder nicht von links nach rechts? (Das ist ernst gemeint - wg unterschiedlicher Kulturen an Grundschulen)

• Meinen Sie vielleicht die Rechts-Neigung der Buchstaben?

• Wie schreiben "die" Rechtshänder? Soweit ich weiß, schreiben alle Menschen unterschiedlich.

• Welche Schrift/en bieten Sie den Kindern an Ihrer Schule an?

• Die Leseschrift (Druckschrift) als Erstschrift zum Schreiben ("Druckschrift als Schreibschrift" wie es heißt) oder

• die "Grundschrift" oder

• sofort eine der drei Schreibschriften?

• Oder müssen die Kinder sich die Schreibschrift erst nach der Druck-schrift/Grundschrift im zweiten Schuljahr erarbeiten?

• Welche Schreibschrift bieten Sie an?

• VA (Vereinfachte Ausgangsschrift)

• SAS (Schulausgangsschrift – die Schulschrift der DDR)

• LA (Lateinische Ausgangsschrift) oder

• müssen sie aus der Druckschrift im zweiten Schuljahr selbsterfinderisch eine Schreibschrift machen?

Und eine Frage zum Unterrichtsverfahren an Ihrer Schule:

• Müssen die jeweiligen Schriften und die dazugehörenden Schreibtechniken (Schreibbewegungen), also der Handschrifterwerb (wie seit 1969 bundesweit üblich) auch bei Ihnen von den Kindern "selbstbestimmt und eigenverantwortlich" (also ohne Hilfe) erarbeitet werden?

Da ich dies alles nicht aus Ihrer Mail entnehmen kann, antworte ich allgemein und ausführlich:

Grundsätzlich gilt: Der Duktus (Form und Neigung) aller Schulschriften ist nicht verbindlich, sondern lediglich ein "Ausgangswert" (daher die Bezeichnung Ausgangsschrift - die sich unabdingbar auf alle Schulschriften bezieht - auch auf die Druckschrift, die seit 2011 "Grundschrift" heißt und von den Kindern nach Gutdünken zur Schreibschrift umgemodelt werden soll) FAZIT: Kein Schreibanfänger, ob Kind oder Erwachsener, ob Links- oder Rechtshänder, muss die Neigung einhalten und/oder die Formen exakt kopieren – weil es die natürliche Entwicklung der Handschrift enorm beeinträchtigt . Weiter unten gehe ich ausführlich darauf ein.

Zum Hintergrund

Die Gepflogenheit, Kinder zu „zwingen“, sich an die Buchstabenvorlage zu halten, und form-treu zu kopieren, ist eine tradierte, eingedrillte Verhaltensweise, die ebenso alt wie falsch ist. Darauf muss ich ganz deutlich hinweisen. Weil es ein Missverständnis ist und die Ursache aller schlechten Handschrift-Generationen.

Dazu kam es wie folgt:

Die ersten Lateinschüler vor 500 Jahren wurden von Mönchen unterrichtet. Also eher von "Zuchtmeistern" in Klöstern, als in Schulen wie wir sie heute kennen. Zur selben Zeit kam Gutenbergs Buchdruck auf und Luther begann seine protestantischen Bibelübersetzungen mittels Druckstockschriften zu verbreiten. Der Begriff „Druckschrift“ kam in die Welt.

Bis dahin kopierten und vervielfältigten Mönche, Kalligrafen und Steinmetze seit Generationen ihre Texte per Hand mit Rohrfeder, Tinte, Hammer und Meißel. Die neuen Lateinlehrer waren also routinierte Handwerker. "Schönschreiber" waren sie nicht. Von "Schreiben" hatten sie keine Ahnung. Schriften wurde bis dato ja nicht "fließend geschrieben", sondern aus Einzelelementen Strich für Strich ineinander gefügt. Zwar nennt man die damals entstandenen Schriftstücke heutzutage "Handschriften", um sie von Gutenberg-Drucken zu unterscheiden. Aber mit "Schreiben" und "Handschrift" in heutigem Sinne hat das nichts zu tun. Es entstand also schon damals rund ums "Schreiben" ein Begriffs-Wirrwarr, das Kalligrafie, Typografie, Druckerzeugnisse, die neue Schulschreibschrift und die daraus hervorgehenden persönlichen Handschriften unter einen Hut zu bringen hatte. Heute erweitert und verknotet sich das Buchstabengeknäule durch das Tippen auf Schreib(!)maschinen, den Auftritt der PC-Schriften in Keyboards, Handys und Tablets – das bekanntlich auch alles "Schreiben" genannt wird, noch um ein Vielfaches. Da kenne sich einer aus!

Über persönliche Handschriften, wie wir sie kennen, verfügte im 16. Jahrhundert (mangels Bedarf) natürlich niemand. Und man wusste auch nichts über die persönliche Handschrift, nicht wie sie entstehen, wie man sie pflegt, wie sie sich entwickelt und wie sie sich im Laufe des Lebens verändert. Das ist übrigens auch heute noch so.

Die oben genannten kalligrafischen Perfektionisten bekamen also vor gut 500 Jahren den Auftrag oder fühlten sich berufen, für ihre Lateinschüler aus dem lateinischen Alphabet eine Schrift zu entwickeln, die es den Kindern ermöglichen sollte, schneller zu "schriften" als mit den üblichen "Kalligrafieschriften". Die Schüler sollten ihre Gedanken eigenhändig, lesbar und schnell zu Papier bringen können – nicht so langsam wie das Kalligrafieren der Unziale, Rotunda oder Capitalis und natürlich sollten sie auch nicht drucken lernen. Da lag es buchstäblich auf der Hand, die Einzelbuchstaben miteinander zu verbinden. Und tatsächlich, im Gegensatz zu statisch dargestellten Typen, erhöhen die Verbindungen zwischen den Buchstaben die händische Schreibgeschwindigkeit erheblich.

Die Idee des Buchstabenverbindens war die logische Konsequenz aus der rasanten Geschwindigkeit des Gedankenflusses und dem Wunsch, die gedachte Sprache selbst und fließend-schnell aufschreiben zu können.

Nun wurde aber zur selben Zeit von professionellen Kalligrafen, die durch die Gutenbergsche Drucktechnik ihre berufliche Grundlage verloren, ein neues, rechtsgeneigtes (kursives) Alphabet entwickelt, dessen Darstellungstechnik der Rechtshändigkeit der Kalligrafen entgegen kam: Die Humanistische Kursive (googeln) – eine lupenreine Marketing-Idee, die den Marktwert und die Honorare der Kalligrafen in die Höhe trieb. Der "verbindende Charakter" dieser Schrift wirkte, wenn sie manuell dargestellt wurde, kostbarer als "gedruckte Massenprodukte". Das war das Ziel. Fließend geschrieben wird sie nicht. Wird aber heute noch behauptet.

Die "schön aussehende" Rechtsneigung wurde, obwohl ihr keinerlei ergonomische Überlegungen vorausgingen, zum optisch-charakteristischen Fundament der lateinischen Schulschreibschrift. Und das Drama nahm seinen Lauf. Alle Schreibanfänger wurden fortan in die Rechtsneigung gezwungen. Wir wissen das und wir wissen auch, dass, wenn es nicht klappte, mit Lineal und Rohrstock auf Kinderfinger geschlagen wurde. So entstand die allgemeine, nachhaltige und heute noch gültige Annahme, Schreibschrift und Schreibenlernen seien immer mit DRILL verbunden. Vor allem Jungen und Männer sind dieser Auffassung. Daher wundert es auch nicht, dass es hauptsächlich Männer sind, die die offizielle "Abschaffung" der Schulschreibschrift aus der Grundschule betrieben und betreiben.

Dabei könnte es so einfach sein, wenn alle wüssten, dass jedes Kind von dem Tag an, an dem es einen Stift in die Hand nimmt, den ihm eigenen Schreibduktus entwickelt, nicht später! - also nicht erst in der vierten Klasse oder noch später. Die Charakteristik der persönlichen Handschrift ist (wie die eigene Stimme) genetisch angelegt und entfaltet sich sein Leben lang frei, aber emotionsgebunden. Schreibweisen in eine bestimmte Richtung zu zwingen, einerlei ob Kinder- oder Erwachsenenhandschrift, ob Rechts- oder Linkshänder, ist immer falsch, So, wie Rechtshänder nicht "automatisch" rechtsgeneigt und Linkshänder nicht automatisch linksgeneigt schreiben, liegt es manchen Menschen mehr, grade, krumm oder „mal so mal so“ zu schreiben. Es ist eine Frage der Sehgewohnheiten, ob eine Handschrift gefällt oder nicht. Wir müssen in dieser Hinsicht einfach umlernen.

Leider gibt es immer noch keine sensomotorisch kluge Empfehlung für Linkshänder, die ihnen das Schreibenlernen leicht und angenehm macht. Offenkundig ist es immer noch ein „Brief mit sieben Siegeln“.

Schauen wir genauer hin, lässt sich erkennen, dass Linkshänder ihre Handschrift genauso entwickeln wie Rechtshänder. Hier mein Tipp: Schauen Sie sich Arabisch schreiben ler-nen-Videos bei Youtube an. Sie werden sehen, dass arabische Schriftzeichen schreibende Rechtshänder „spiegelverkehrt“ (von rechts nach links) zum deutschen/(bzw. lateinischen) Linkshänder schreiben (von links nach rechts). Schauen Sie sich an, wie die Schreibenden den Stift halten – dann können Sie es an Linkshänder weitergeben. Als Vorübung empfehle ich das "Ergo-Stäbchenspiel", das ich extra für Kinder (vor allem für Jungen) ab fünf Jahre zum Erlernen der richtigen Schreibstifthaltung entwickelt habe.

Zurück zur Schrift vor 500 Jahren. Zwei funktionale Veränderungen – der Verbindungsstrich und die Rechtsneigung - charakterisierten von nun an die neue, schnelle Schul-Schreib-Technik, deren Formen vielgestaltig variierten und die man "Laufschrift" nannte (vgl. Kurrentschrift [currare: laufen] googeln). Die Absicht war klug und weise, aber der Umgang damit nicht. Ich sage dazu gern: "Sie wollten Leben und sperrten es ein." oder …"schlugen es tot.".

Denn obwohl die ursprüngliche Schüler-Schreibschrift-Maßgabe lautete: eigenhändig, lesbar und schnell, und es dabei doch ganz offenkundig um die persönliche (sprich: individuelle) Schreibbewegung jedes Kindes ging, fiel diese Bedingung in dem Moment unter den Tisch, als der Unterricht begann. Weil jegliche Anleitung zum Schreibenlernen fehlte. So wurde von den Kindern beim Schreibenlernen das verlangt, was gerade NICHT sein sollte: langsames, stupides, exaktes Abbilden der Schriftvorlagen: Das "Schönschreiben“ war geboren. Völlig idiotisch. Warum wurde eine schnelle „Laufschrift-Technik“ erfunden, wenn dire Schrift postwendend im Schnecktempo und grafisch-schön dargestellt werden musste? Das ist ungefähr so, als würde man von einem Marathonläufer verlangen, auf Stöckelschuhen, smokingbekleidet und tangotanzend ins Ziel zu rennen. Er wird sich alles brechen. Genauso geht es vielen Jungen und Mädchen, die heutzutage Schreibenlernen.

Militärischer Drill und erniedrigende Strafen, die damals gesellschaftlich opportun waren, praktizierte man auch in der Schule. Da passte der "Schönschreibzwang" als "Züchtigungsinstrument" gut dazu. Dass Schreibenlernen heute noch "Schönschreiben" genannt wird, spricht Bände. Jedenfalls war die Chance zur Ausbildung individueller Handschriften von Anfang an vertan. Keine einzige, der im Laufe der Jahrhunderte erfolgten zahlreichen Überarbeitungen des lateinischen Schreibschrift-Alphabets, führte Erleichterung für die Schüler herbei. Im Gegenteil. Man schaue sich die VA (Vereinfachte Ausgangsschrift, seit 1973) und die zu verbindende Druckschrift ("Grundschrift, seit 2011) an! Schreibschwäche, Schreibkrämpfe, Legasthenie und grafomotorische Schädigungen und fast zehn Millionen funktionale Analphabeten, sind schulisches "täglich Brot". Neurobiologisch betrachtet, ein Desaster. Und für Kinder und Pädagogen gleichermaßen problematisch.

Lassen Sie mich bitte ergänzend noch darauf hinweisen: Den persönlichen Stil entwickeln bedeutet nicht „schreib wie du willst“! Das Vermitteln adäquater Schreibtechniken muss altersgemäß, ergonomisch und orthografisch richtig verstanden werden. Dies erfordert die Mithilfe von Lehrerinnen, die darin ausgebildet sind. Also eine seriöse, wissenschaftliche Lehre – ergo einen Lehrstuhl für Handschrifterwerb.

FAZIT: Die lateinische Schul-SCHREIB-schrift ist eine Bewegungsschrift. Sie ist die einzige Schrift unter allen Schriften, die zum Verändern durch Kinderhände erdacht wurde. Dies ist die Basis der Handschrift - jeder Handschrift, in jeder Kultur, ob Arabisch, Chinesisch, Griechisch oder Lateinisch (wie seither in allen Weltsprachen). Ja: Unsere Ahnen kreierten vor fünfhundert Jahren eine Schulschrift, die auch heute in allen Weltsprachen Anwendung findet. Doch an keinem anderen Objekt macht sich das Ignorieren des Grundsatzes "Die Funktion bestimmt die Form" (form follows function) so desaströs bemerkbar, wie an unseren Schreibtechniken. Ob eine Handschrift gelingt oder nicht, entscheidet allein die Herangehensweise: tot oder lebendig? Langsam und lustlos oder lesbar und schnell. Sie haben die Wahl.

Denn aller Missverständnisse zum Trotz, boomt die Handschrift weltweit! Warum?

Die persönliche Handschrift garantiert Privatsphäre – der Computer das Gegenteil. Die inter-nationale Schreibschrift, die sich seit vielen Generationen als zuverlässiges Denk- und Sprachwerkzeug bewährt, baut infolge der Digitalisierung ihren weltumspannenden Erfolg immer weiter aus.

Nicht allein die handschriftliche Alphabetisierung der Kinder, auch der Computer macht die-se einzigartige internationale Kommunikationstechnik unverzichtbar. Handschrift funktioniert schnell, individuell und weitestgehend datengeschützt.

Auf „gehobener Ebene“ und anderswo hat sich längst herumgesprochen: Wer die schnelle Schreibschrifttechnik beherrscht, ist Teil eines Verständigungsnetzwerks, das unauffällig und vertraulich weltweite Verbindungen knüpft. Digitalisierung und Globalisierung indizieren die Handschrifttechnik als absolutes MUSS für jeden zivilisierten Menschen und macht richti-gen Grundschulunterricht wichtiger denn je. Kinder wünschen sich wenn sie in die Schule kommen, von ganzem Herze, bald schreiben zu können. Und sind maßlos enttäuscht, wenn das dort gar nicht stattfindet.

Ich habe Ihre Fragen möglichst ausführlich beantworten und hoffe, es ist mir gelungen, Ihnen und Ihrem Kollegium auch Empirie und Logik dahinter zu vermitteln. Mir ist es sehr wichtig, zu erwähnen, dass niemand schuld ist an dem schulischen Desaster des Schreibunterrichts. Im "Westen" wurden die Weichen einfach falsch gestellt. Aber das lässt sich ja korrigieren. Wir brauchen keine "Schuldigen". Wir müssen die Fehler finden und sie korrigieren. Wer die Grundeigenschaften der Handschrift – jeder Handschrift – kennt, das sind: Authentizität, Spontanität, Individualität, Emotionalität und Asymmetrie, und diese in den Unterricht einfließen lässt, wird das Schreibenlernen der Kinder mit anderen Augen sehen, besser verstehen und wesentlich erfreulichere Ergebnisse generieren.

Schreiben lernen die Kinder richtig gern, wenn man Ihnen mit einer kindgerechten, leicht erlernbaren Didaktik entgegenkommt.

 

Darf ich Sie abschließend bitten, meine Berufsbezeichnung auf Ihrer Website von "Kalligrafin" in Bildende Künstlerin umzuändern?

Herzlichen Dank und viele Grüße an Sie und Ihr Kollegium

Ihre Susanne Dorendorff