Die Hand ist der Diener der Gedanken – und nicht der Sklave des Buchstabens!

Die Handschrift ist der emotionale Transporteur der Gedanken. Die Fließbewegungen der Handschrift und der Fluss der Gedanken gehen in einem unbewussten Prozess ineinander über (fließende Gedanken brauchen fließende Handbewegungen > vom Kopf in die Hand). Das heißt, nur die Fließbewegung der Schreibschrift ist dem Fluss der Gedanken angepasst, Druckschrift hingegen unterbricht bzw. durchtrennt den Gedankenfluss, weil die Druckbuchstaben zum größten Teil aus senkrechten Strichen bestehen. Um als Erwachsener über eine gut lesbare und schnelle Handschrift zu verfügen, ist es zwingend erforderlich, dass in der Grundschule als erste Schulschrift die Lateinische Ausgangsschrift unterrichtet wird und keine Druckschrift und keine SAS bzw. VA.

Schreiben ist das Gegenteil von "Drucken" und das Gegenteil von Kalligrafie. Nur die Schreibschrift wird wirklich "im Fluss" (fließend) geschrieben. Es sollte auch erwähnt werden, dass Schreiben in China und Japan, wo eine gute Handschrift bekanntlich Teil der Persönlichkeitsbildung ist, denselben neuronalen Impulsen gehorcht, wie das Schreiben bei uns. Das heißt alle Menschen können gute Handschriften entwickeln, wenn sie das Schreiben in der Schule richtig erlernt. Richtigem Schreiben liegt die fließende Schreibbewegung liegt. Die Fließbewegung entsteht, weil "fortlaufend" geschrieben wird, so dass die sogenannte "Laufschrift" entsteht, die wiederum charakteristisch für eine gute persönliche Handschrift ist. Druckschrift kann, weil sie der Laufbewegung anhaltend entgegen wirkt, nicht "laufend" geschrieben werden. Schreibschrift und Druckschrift sind ebensolche Antipoden (Gegenläufer, Gegensätze) wie Handschrift und Kalligrafie: Die eine transportiert die Authentizität des Menschen, die andere ist Dekoration.

 








Schreiben soll Spaß machen!


Wir lernen Buchstaben um sie zu beherrschen (nicht, um von ihnen beherrscht zu werden), sie sollen sich uns tief einprägen - und zwar so tief, dass wir während des Schreibens nicht mehr darüber nachzudenken brauchen, WIE geschrieben wird, sondern nur noch WAS. Erst aus dieser Sicherheit heraus entwickelt sich dann der Stil, um den es geht. Der eigene. Selbstsicher und dynamisch.