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Das Sho-Dor-Alphabet, Susanne Dorendorff, 1985

Das Sho-Dor-Alphabet zeigt deutlich, dass der Ursprung Dorendorff'scher Virtuosität die eigene Handschrift ist, eine Allianz aus euro-asiatischer Geisteshaltung und sensitiver Authentizität, die sich sowohl in den Texten als auch in den tiefschwarzen Japanpinsel-Lettern widerspiegeln. Diese überzeugend klare kulturelle Vereinigung, beschrieb schon Alexander Schmitt 1987 in seinem ESSAY über die Dorendorff'sche Schreib-Kunst (siehe "Essay") und im Jahr zuvor auch Philipp Luidl in seinem Artikel in der NOVUM (siehe "Presse").




Das Sho-Dor-ABC ist ein philographisches Gesamtwerk, also nicht als Gebrauchsschrift konzipiert. Die Texte meines Alphabets", erklärt die Künstlerin ihre Arbeit, "entstanden aus der Situation heraus, meine Seminarteilnehmer unbekannte Texte interpretieren zu lassen, mit denen sie sich über einen längeren Zeitraum auseinandersetzen konnten. Den Sequenzen, die mir spontan einfielen, habe ich je einem Buchstaben des Alphabets zugeordnet - daher die Bezeichnung "Alphabet". Es geht bei diesem "Alphabet" also sowohl um die Texte, als auch um die asiatisch anmutende Illustration. Es ist ein sehr frühes, in sich geschlossenes philographisches Werk, das starke Impulse japanischer Philosophie zeigt. Die Gedanken und ihre Darstellungsart zeigen den interkulturellen und interdisziplinären Bogenstrich Dorendorffscher Virtuosität, die so klar und deutlich nur durch die Ausdruckskraft der eigene Handschrift möglich ist - künstlerische Handschrift reinsten Wortsinns!