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Wir kooperieren mit der ELBINSELSCHULE in Hamburg
Die Süddeutsche Zeitung bringt "Aus Leidenschaft am Schreiben" eine eigene Edelfeder-Edition heraus und ist damit der Zeit voraus.
Wenn die Marketingabteilung der Süddeutschen Zeitung...
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...eine eigene Schreibgeräte-Kollektion herausbringt, dann steckt ganz sicher noch mehr dahinter, als nur die "Leidenschaft am Schreiben" zweier großartiger Journalisten...dann ist in Sachen Mit-der-Hand-schreiben etwas in Bewegung geraten. Und selbst dem letzten Zweifler dürfte nun klar sein, dass die Zukunft dem handgeschriebenen Wort gehört.
Dafür spricht auch, dass die Titelseite eines Sonderheftes der SZ jene Schreibsituation zeigt, die viele aus eigenen Meetings kennen: Handgeschriebenes in allen Variationen, am Flip-Chart, im Notizbuch, in den Akten und sonstwo drin. Kann es sich bei so viel öffentlichem Schreibbedürfnis noch um den hilflosen Wiederbelebungsversuch eines Anachronismus' handeln? Nein.
Es ist die Reaktion auf eine Trendwende. Mit der Hand schreiben können ist zwar lange Zeit belächelt und schlecht geredet worden. Doch die Fähigkeit, schnell etwas aufschreiben zu können, wird sich niemand nehmen lassen. Das Schreiben mit der Hand wird immer Wege finden, sich weiterzuentwickeln. Es geht um die schnelle, lesbare Notiz. Und um "Schreiben aus Leidenschaft". Um edles Schreibgerät als Bildungsstatussymbol oder um den kultivierten persönlichen Ausdruck geht es auch. Schreiben können ist im zivilisierten Leben kein Luxus. Schreiben können gehört auf allen Bildungsebenen dazu.
Das bestätigt auch ein Artikel des Hamburger Abendblattes vom 2.12.2010, der von zwei digitalen Stiften namens Echo Smartpen (250€) und DigiMemo (150€) berichtet, mit dem man am PC in seiner eigenen Handschrift schreiben kann: Dann ist endlich "Schluss mit der Zettelwirtschaft", kann man dort lesen. Und ich freue mich natürlich, dass es die Computerleute selbst sind, die meine These bestätigen, dass die Handschrift immer schneller und effizienter einsetzbar sein wird, als Keyboardtastatur, Handy-Gesimse oder sonstein elektronisches Dingsbums. Wir lassen uns ja auch nicht künstlich beatmen, nur weil es möglich ist.
Die handgeschriebene Zettelwirtschaft soll also bewältigt werden. Interessant. Das heißt nämlich, es werden doch nicht nur (wie gern kolportiert wird) blöde Postkarten und Einkaufzettel geschrieben?! Plötzlich wird eingestanden, dass neben dem Schreiben am PC (E-Mails und so) noch Zettelwirtschaften größeren Umfangs bestehen, für die es sich lohnt, eigens ein Computer-Programm mit Schreibstiften zu entwickeln.
Und an dieser Stelle treffen sie wieder aufeinander, die Handschrift-Schreiber und die Computerfreaks. Warum auch nicht? Wahrscheinlich kann man demnächst mit dem Kugelschreiber der Edelfeder der Süddeutschen Zeitung auf dem PC-Display "handschriften".
So, und nun dürfte wohl auch dem letzte Zweifler klar sein, dass der lesbaren Handschrift die Zukunft gehört.
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Liegt es am Schreibgerät oder am "Mühe geben"?
Der unten folgende Artikel sorgte Anfang 2010 für Unruhe unter Schreibgerätesammlern (was übrigens ganz in unserem Sinne war), er entstand vor dem Hintergrund, dass es in Deutschland über zehn Millionen Semi-Anlaphabeten gibt. Semi-Analphabeten sind Erwachsene und Schüler, die nicht lesebar schreiben können, weil es Ihnen in der Schule nicht beigebracht wurde, entsprechend schlecht fällt auch ihre Lese-(Recht-)Schreibkompetenz aus...
Diesen Menschen entgegenzuhalten:" Kauf Dir einen neuen Stift, dann wird es besser!" gehört wohl zu den dümmsten Ratschlägen, die man einem Menschen geben kann. Füller sind keine Pädagogen. Kinder lernen schreiben nicht vom Schreibgerät, sondern durch richtige SchreibLEHR-Anleitung. Und weil diese FEHLT, kann kein Schreibgerät der Welt dafür sorgen, dass aus einem Schreibunkundigen ein Schönschreiber wird. Die Firma Montblanc lieferte jetzt selbst den besten Beweis unserer Argumentation (siehe Briefumschlag oben). Dass Handschrift vorne mit H geschrieben wird und nicht (wie hier) mit W, ist hier nicht das Thema. Wir fragen uns, hat der/die Schreiber/in sich nur keine Mühe gegeben oder schreiben alle Montblancs so?
Schreibgerätesammler, die über diese Erkenntnis verärgert sind, weil sie glauben dies "schmähe" den Gegenstand ihrer Leidenschaft, fragen wir: "Ist es Ihnen lieber, wir geben den Schreibgeräten die Schuld an dem deutschen Schreib-Desaster? Gibt es zehn Millionen Semi-Analphabeten weil die Schreibgeräte heutzutage so schlecht sind?" Vielleicht habe Sie recht. Alte, edle Schreibgeräte, vor allem jene, die Gegenstand anspruchsvoller Sammelleidenschaft sind, kommen dem Anspruch, perfekte Schulfüller zu sein, sehr nah. Sie werden aber nicht für Kinder hergestellt. Auch nicht so ähnlich. Kinder bekommen minderwertiges Plastikzeug mit unflexibler Stahlfeder in die Hand gedrückt.
Wo sind die Designer, die die Entwicklung der Schreibgeräte innovativ und im Sinn der "Sammlerstück"-Meisterleistungen auch für Kinder vorantreiben und realisieren? Schreibende Kinder sind die Zukunft der Montblancs, Faber-Castells und Parkers und wie sie alle heißen - sieht das niemand?
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![]() Rote Schrift: Handschrift eines Jungen (Gymnasium) |
"Kugelschreiber machen keine schlechte Handschrift und Füllfederhalter keine bessere."
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Ist, wenn eine Operation mißlingt, etwa das Skalpell schuld? Natürlich nicht. In puncto Schreiben aber wird das behauptet: das Schreib-GERÄT ist schuld: Wenn die Schrift schlecht ist, liegt es am Kugelschreiber - und nur der "allmächtige" Füller macht sie wieder "schön". Das ist Unsinn. Es gibt keine einzige Handschrift, die sich aufgrund des Füllfederhalters "verbessert" hätte. Oder gäbe es in Deutschland sonst über zehn Millionen Menschen (Kinder und Erwachsene) mit unlesbarer Handschrift, die Schreiben hassen wie die Pest? Alle schreiben mit Füller. Vielleicht schreibt man mit einem neuen oder besonders teuren Schreibgerät einige Zeit etwas lesbarer. Dann hat sich die Schrift aber nicht durch den Stift verändert, sondern allein durch die erhöhte Konzentration. Wer die Mär vom "guten" und "bösen" Schreibgerät in Umlauf gebracht hat, weiß man nicht. Doch alle glauben, der "böse" Kugelschreiber schreibt schlecht und der "gute" Füllfederhalter schreib gut.
Schreiben findet immer zuerst im Kopf statt. Sobald das Wort zu Ende gedacht ist, fließt es wie selbstverständlich aus Hand und Stift auf das Papier. Dabei konzentriert man sich auf das Wort, nicht auf den Buchstaben.
Das ist der Moment, der über Lesbarkeit entscheidet.
geschrieben mit Füller von einem Jungen, 4. Klasse |
Während der Kugelschreiber in der Lage ist, in Windeseile, ja fast schneller noch als die Gedanken über das Papier zu gleiten, schleppt sich der Füller triefend und recht gemächlich über den Schreibgrund, weil sonst der Tintenfluss reißt, so zwingt er den Schreibenden zur Ruhe, der dadurch mehr Zeit hat, den Buchstaben auszuformen. Das heißt, wäre der Füller nicht so langsam, sähe das Geschriebene genau so aus wie die Kugelschreiberschrift. Und umgekehrt: schriebe der Kuli ebenso langsam wie der Füller, sähe sie aus wie die Tintenschrift.
Vergleichbares gilt für Blei- und Filzstifte, die von der Schreibgeschwindigkeit her, genau zwischen den beiden Konkurrenten liegen. Aber über diese beiden Kategorien regt sich niemand auf. Im Gegenteil, man hört schon mal sagen: "Ich schreibe gern mit Bleistift" - vor allem, seit Schreibgerätehersteller sich des Bleistiftes angenommen haben und mit hervorragendem Design ausstatten. Filzstifte sind als adäquates Schreibgerät noch nicht im allgemeinen Bewußtsein angekommen, weil sie oft den Nachteil haben, daß die Farbe durchschlägt, was den Papierverbrauch erhöht und außerdem nicht gut aussieht. Aber der Filzstift an sich ist ein tadelloses Schreib- und Zeichengerät.
Das Schreibgerät ist also nicht schuld daran,
dass die SchreibHAND entgleitet, sondern der Kopf des Schreibenden, der sich sagt: "Wenn ich mit 350kmh über die Autobahn fahren kann, dann tu‘ ich das auch, ohne Rücksicht auf Verluste." Dass dieses Fahrverhalten anders ist, als das eines Normalfahrers, weiß jeder. Im übertragenen Sinne ist der Kugelschreiber der Raser auf der Papierautobahn und der Füllfederhalter der Genussfahrer (bitte positiv verstehen).
Dass die Schreibweise eines Schreibrasers lässiger ausfällt als die eines gewissenhaften Schreibmalers, liegt auf der Hand. Es ist also nicht die Schuld des Gerätes, dass die Schrift entgleitet, sondern die des Schreibenden, der sich auf dieses verlockende Drama einlässt.
Möglicher Weise ist der Mythos schnelles, böses versus gutes, langsames Schreiberät entstanden, weil Füllfederhalterhersteller die Konkurrenz des kleinen schnellen, kugeligen Schreib-Blitzes fürchteten, der so verführerisch flink ist und auf Knopfdruck schreiben kann. Der Kuli trat nämlich erst einhundert Jahre nach dem ersten Füllfederhalter auf den Plan und hat den Schreibmarkt kräftig - und wie wir inzwischen wissen - nachhaltig aufgemischt.
Also: Keine Angst vorm Kugelschreiber. Sie müssen Ihn nur etwas ausbremsen. Und wer mit seinem neuen Füllfederhalter besser schreibt als mit dem alten, der tut dies, weil er selbst mehr auf die Buchstaben (die Schrift) achtet als zuvor und nicht etwa, weil der Füller dies tut.












